LAND UND VOLK IN AFRIKA

BERICHTE AUS DEN JAHREN 1865-1870.

VON

GERHARD ROHLFS

BREMEN, 1870.
VERLAG VON J. KÜHTMANN'S BUCHHANDLUNG.
U.L. FR. KIRCHHOF 4.


INHALT.



Bemerkungen über die Zukunft Algeriens.


Mursuk in Fessan im Januar 1866.

Der Kaiser der Franzosen hat sich bitter getäuscht, wenn er geglaubthat, durch eigene Anschauung vermittelst einer blossen Triumphreise denZustand einer Colonie kennen lernen zu können. Schon um civilisirteVölker zu studiren und dann ihren moralischen und materiellen Zustandwürdigen und beurtheilen zu können, darf man nicht als grosser Herr,viel weniger als Kaiser reisen. Ich erinnere nur an die bekannte Reiseder Kaiserin Katharine in Süd-Russland, der man alle Tage dieselbenLeute, dasselbe Vieh entgegen trieb, um sie glauben zu machen, dass dieProvinzen gut bevölkert seien. Und sehen wir nicht in Algerien bei derReise des Kaisers sich etwas Aehnliches wiederholen? Die Duar in derProvinz Oran waren bei der Durchreise des Herrschers nach Sidi Bel-Abbèsan die Landstrasse gerückt; so erzählen uns die Lokalblätter.

Die Araber gründlich kennen zu lernen ist gar noch schwieriger; dasgelingt nur bei langjährigem Aufenthalt unter ihnen, oder wenn man inihrer Mitte gereist ist und zwar unter der Maske eines Mohammedaners,nicht eines Vornehmen, sondern eines Bedürftigen; denn selbst einemvornehmen Religionsgenossen gegenüber sind die Araber Lügner, Heuchlerund Prahler. Unter allen anderen Umständen ist man nur zu geneigt, überden Grundcharakter dieses Volkes in grosse Irrthümer zu verfallen, wieeben erst der Kaiser und früher der bekannte General Daumas, der soanziehende Bücher über die Araber geschrieben hat, die man jedoch alsnichts weiter als Romane betrachten darf. Denn obgleich General Daumasjahrelang

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