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Anmerkungen zur Transkription

Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt.Text, der im Original in Antiqua gesetzt ist, ist hier kursivdargestellt, mit Ausnahme der Regentenzahl bei Ludwig XVI.Rechtschreibung und Zeichensetzung des Originaltextes wurden übernommen;lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert.

Ein Blick in die Zukunft.

Von

Richard Michaelis,

Redakteur der „Chicagoer Freien Presse“.


Eine Antwort auf:

Ein Rückblick

von Edward Bellamy.


Leipzig.

Druck und Verlag von Philipp Reclam jun.

Chicago and New York.
Rand, McNally & Company, Publishers.

Vor Nachdruck gesetzlich geschützt. Alle Rechte sind vorbehalten.


[3]

Vorwort.

Jedes Streben nach der Wahrheit und Besserung unserer Zuständeverdient Anerkennung; selbst wenn wir die Richtung und die vorgeschlagenenMaßregeln nicht billigen können. Herrn Edward BellamysBuch, „Ein Rückblick“, stellt einen Versuch dar, die Lage derMenschheit zu bessern und ist deshalb lobenswert; aber wenn wirseine Verbesserungs-Vorschläge des schillernden Mantels entkleiden,mit welchem er sie umgeben hat, so bleibt nichts übrig, als nackterKommunismus. Und dieser hat sich überall, wo er ohne religiöseGrundlage eingeführt wurde, als ein Fehlschlag erwiesen. Heuteist er nur noch bei Wilden und Menschenfressern „Staatsform“.

Chicago war während der letzten vierzehn Jahre der Mittelpunktder kommunistischen und anarchistischen Bewegung in denVer. Staaten. Während ich in der „Freien Presse“ die Grundsätze,auf welchen das amerikanische Staatswesen beruht, gegen jene ausden überbevölkerten europäischen Industrie-Ländern eingeschlepptenLehren verteidigte, wurde ich sowohl mit diesen sehr vertraut, wieauch mit den Schrullen und Sonderheiten der Gesellschaftsretter,die allen Ernstes glauben, sie seien im Besitz eines unfehlbaren Mittels,mit welchem sie nicht nur alle menschlichen Einrichtungen,sondern auch die Menschen selbst vollkommen machen könnten.

Herr Bellamy vertritt allerdings gemäßigtere Ansichten, als diejenigen,welche Spies und Parsons lehrten; aber er hat dies mitden Anarchisten und Kommunisten von Chicago gemein, daß er unfähiggeworden ist, die Einrichtungen, Zustände und Menschen derJetztzeit gerecht zu beurteilen, daß er die Schwierigkeiten unterschätzt,welche der Einführung von ihm vorgeschlagener Änderungen entgegenstehen, daß er wirklich glaubt, seine Staatsluftschlösser wür[4]denim Handumdrehen greifbare Gebilde werden und daß er seinWolkenkuckucksheim mit engelgleichen Wesen bevölkert, welche allemenschlichen Schwächen abgelegt haben und unter keinen Umständenein Unrecht begehen würden. Die Annahme, daß die Männer undFrauen in einem kommunistischen Staatswesen Selbstsucht, Neid,Haß, Eifersucht, Streitsucht und Herrschsucht gänzlich abstreifenwürden, ist ebenso vernünftig oder unvernünftig, wie die Annahme,daß ein Mensch 113 Jahre schlafen und alsdann eben so jung undkräftig aufstehen könnte, wie er sich niederlegte.

Welch sonderbare Maßregeln Gesellschaftsretter doch mituntervorschlagen! Joh. Most möchte im Namen der Gleichheit erst allediejenigen umbringen, d

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